Sandspieltherapie

» „Du tust, was dir gerade einfällt… Denn nichts ist unwichtig. Nichts!“ «
( aus: “Das Lächeln am Fuße der Leiter“ von Henry Miller )

Als ich zum ersten Mal von der Sandspieltherapie hörte, fragte ich mich, was das eigentlich sei. Spielen im Sand?

Wir alle haben als Kinder wahrscheinlich schon im Sandkasten oder am Strand die Erfahrung gemacht, dass Sand dazu einlädt zu tasten, zu bauen, zu konstruieren. Kinder sind dabei ganz versunken, im Einklang mit der Tätigkeit im Sand, mit dem Material an sich und dem Wasser des Meeres. Ein Zustand der Zufriedenheit und Entspannung, der als Flow-Effekt bekannt ist und als äußerst wichtig für das seelische Wohlbefinden angesehen wird.

Die Schweizerin Dora Kalff wusste sich diesen Effekt schon in den 50er Jahren zunutze zu machen und entwickelte basierend auf der analytischen Psychologie C.G. Jungs die kreative Heilmethode der Sandspieltherapie, von deren Wirkung sie fasziniert war. Die gestaltende Person baut nicht nur einfach ein Bild im Sand, sondern auch einen Kontakt zum eigenen Unbewussten auf und setzt so selbstheilende Kräfte frei.
Im therapeutischen Sandspiel dürfen Sie wieder mit Ihrer kindlichen Seite in Kontakt treten und Versunkenheit in sich selbst und Ihrer Kreativität erleben. Vielleicht fragen Sie sich, wie Ihnen das helfen soll, das Problem zu lösen?

  Sandspiel Bild 1

Jung selbst schreibt in seinen Werken: "[...] oft wissen die Hände ein Geheimnis zu enträtseln, an dem der Verstand sich vergebens mühte, [...]" (C.G. Jung, 1972, Bd8, S102) entsprechend dieser Erkenntnis sind wir beim Gestalten im Sand auf natürliche Weise mit unbewussten Anteilen unseres Selbst verbunden, können ohne zu reden innere Prozesse und Gedanken sichtbar machen. Möglich wird das durch die Verwendung von Symbolen, denen wir während des gestalterischen Vorgehens unsere ganz individuelle Bedeutung geben. Bilder sind eine leicht zu verstehende Sprache, die sogar im Alltag oft weiter helfen. Nehmen wir zum Beispiel das Symbol eines Einsiedlerkrebses.

Die Sprache unserer eigenen Gefühle ist vielfältig. Stellen Sie sich vor, das Symbol des Einsiedlerkrebses wird vom Bauenden gewählt, so könnte es für den einen Bauenden bedeuten „Ich bin gerne alleine und kann mich jederzeit zurückziehen, habe keine Probleme mit Einsamkeit“, und für einen anderen Bauenden, dass er sich frei fühlt, ungebunden, keinen Ort braucht, um sich zu Hause zu fühlen, denn er trägt das „eigene Haus“ jederzeit mit sich. Jedes Symbol hat für jeden Menschen eine ganz besondere Bedeutung.

So wie der Einsiedlerkrebs lassen sich viele Symbole, Gegenstände, Figuren im Sandspiel mit einem ganz persönlichen Sinn erfüllen und kombinieren.

Sandspiel Bild 2  

Während des Spiels können Sie sich in den Prozess vertiefen, ihrem Inneren wortlos Form geben, sich einen Überblick darüber verschaffen und schließlich mit mir gemeinsam betrachten, was sie erschaffen haben. Dabei dürfen Sie selbst entscheiden, wie komplex Sie die Zusammenhänge darstellen wollen, welche Hilfsmittel Sie verwenden möchten. Vielleicht denken Sie schon über ihre persönlichen Symbole nach, bevor Sie sie auswählen. Sie können aber auch alle Gedanken ausschalten und sich entspannen, um sich dann von dem überraschen zu lassen, was Ihnen Ihr Unbewusstes verrät.

Für diese Art der Erfahrung stelle ich Ihnen ein großes Sortiment an Material zur Verfügung. Die Basis sind zwei etwa tischhohe Sandkästen von 57x72 cm. Diese Größe entspricht dem Sichtfeld eines Menschen und ermöglicht ihnen, ihr Seelenleben auf einen Blick für sich festzuhalten. Die Kästen sind 7-9 cm tief und innen blau gestrichen. Leer vermitteln sie den Eindruck eines Gewässers. Einer der Kästen ist mit trockenem, der andere mit feuchtem Sand befüllt. Für alle Erwachsenen und Jugendlichen die im Sand bauen möchten, steht zu Beginn jeder einzelnen Sitzung die Entscheidung für einen dieser beiden Kästen. Es steht weiterhin auch Wasser zur Verfügung, so dass Sie mit Händen und Werkzeugen im Sand zeichnen und formen können.

  Sandspiel Bild 3

Um eine Szene darzustellen haben Sie die Möglichkeit aus zahlreichen Miniaturfiguren zu wählen, darunter zum Beispiel Menschen, Phantasiegeschöpfe und Tiere, Alltagsgegenstände und Gebäude oder auch Material aus der Natur. Ob Sie dabei mit mir reden oder lieber schweigen wollen bleibt ihnen überlassen. Ich bin für Sie als stille Begleiterin oder als aktive Ansprechpartnerin während des gesamten Entstehungsprozesses anwesend und achtsam. Im Verlauf der Therapie entsteht so eine Folge von Bildern, die in Ihnen Prozesse in Gang bringen können, die Ihnen das bessere Verstehen und Erkennen Ihrer eigenen Person erleichtern. Am Ende jeder Stunde wird das Sandbild von mir fotografiert und aufbewahrt, am Ende der Therapie erhalten sie die Fotos.




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